„Konstruktiver Dialog“: Radio Hamburg verhandelt mit Mitarbeitern über Betriebsvereinbarung

Radio Hamburg ist das meistgenutzte Medium der Stadt. Bei den Hörern die Nummer 1, bei seinen Mitarbeitern als Arbeitgeber Favorit unter den privaten Radiostationen im Norden. „Die Gewerkschaften wollen uns jetzt in einen Tarifvertrag drängen. Wir wollen uns aber nicht instrumentalisieren lassen, sondern Verbesserungen direkt mit unseren Mitarbeitern verhandeln“, erläutert Radio Hamburg Geschäftsführer Patrick Bernstein. Eine Betriebsvereinbarung sei der für Radio Hamburg richtige Weg.

Behauptungen der Gewerkschaften halten Fakten-Check nicht stand

Die Gewerkschaften hatten ein düsteres Bild von den Arbeitsbedingungen bei Radio Hamburg gezeichnet. Die in der Öffentlichkeit verbreiteten Behauptungen halten einem kritischen Fakten-Check jedoch keinesfalls stand:

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Der Fakten-Check

 

Behauptung 1

„Immer mehr Stellen fallen weg, die Arbeit verdichtet sich.“

Die Fakten

Von einem kontinuierlichen Stellenabbau kann keine Rede sein. Die Zahl der Stellen war in den vergangenen Jahren nicht rückläufig. Aufgrund der durch die Digitalisierung der gesamten Medienwelt auch für Radio Hamburg erforderlichen strukturellen Veränderungen gab es bei der MORE GmbH & Co. KG, die u.a. für den Online-Auftritt des Senders zuständig ist, sogar einen Zuwachs an Stellen – seit 2013 um 60 % bei den festen Mitarbeitern, bei den Volontären sogar um 100 %.

In allen für die Marke und die Kernkompetenzen von Radio Hamburg wichtigen Bereichen wurde das Team personell nicht geschwächt. Das gilt u.a. für die erfolgreiche Morning Show und die Musikredaktion. Zu Gunsten der Stärkung des digitalen Angebots ist lediglich bei den direkt bei Radio Hamburg angestellten Volontären ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Das Budget für Personal hält Radio Hamburg mit 2,6 Millionen Euro pro Jahr seit fünf Jahren hingegen auf konstant hohem Niveau.

Behauptung 2

„Honorare wurden in den letzten 20 Jahren kaum angepasst.“

Die Fakten

In den vergangenen gut zehn Jahren hat auch Radio Hamburg die meisten Löhne erhöht. So stiegen die Honorare für freie Moderatoren je nach Einsatzbereich zwischen 5,6 % und mehr als 20 %.

Behauptung 3

Weihnachts- und Urlaubsgeld sind in vielen Verträgen gestrichen.

Die Fakten

Keinem Mitarbeiter wurde Weihnachts- oder Urlaubsgeld gestrichen. Allein zur Entlastung der Verwaltung wird der ungekürzte Jahreslohn heute in zwölf statt wie früher in 13,7 Monatsgehältern gezahlt. Prämien werden unverändert extra gezahlt.

Zur Einordnung: Ein fest angestellter Redakteur verdient in Vollzeit bei Radio Hamburg im Schnitt derzeit EUR 53.000 Euro im Jahr zzgl. Zuschuss fürs HVV-Ticket. Das Gehalt eines fest angestellten Moderators liegt im Schnitt bei EUR 62.000 im Jahr, die Gehälter der „Top-Stars“ nicht mitgerechnet.

Behauptung 4

Eine ausreichende Altersvorsorge gibt es nicht.

Die Fakten

Radio Hamburg gewährt Zuschüsse zur Altersvorsorge, die aber nicht von allen Mitarbeitern in Anspruch genommen werden. Wir würden uns sogar freuen, wenn unser Angebot intensiver genutzt würde.

Behauptung 5

Es wird an allen Ecken und Enden im Sender gespart, vor allem am Personal. Das macht uns Angst. Weil wir befürchten, dass irgendwann das Produkt Radio Hamburg darunter leiden wird und wir Euch nicht mehr dieselbe Qualität bieten können wie früher.

Die Fakten

Der außerordentliche Erfolg von Radio Hamburg in der jüngsten Media-Analyse belegt die enorm hohe Beliebtheit und Würdigung der Qualität unseres Angebots. In allen für die Marktführerschaft relevanten Bereichen und Programmangeboten hat Radio Hamburg nicht gespart. In unser erfolgreichstes Aushängeschild, unsere Morning Show mit Star-Moderator John Ment, haben wir sogar noch zusätzlich investiert.

Behauptung 6

Die Gesellschafter schütten sich Millionengewinne aus.

Die Fakten

Wie in jedem Unternehmen profitieren die Eigentümer, unsere Gesellschafter, vom wirtschaftlichen Erfolg Radio Hamburgs. Sie tragen aber auch das unternehmerische Risiko für den Fall, dass es einmal nicht so laufen sollte. Das unterscheidet sie von allen Mitarbeitern – auch von der Geschäftsführung.

Grundsätzlich gilt aber auch: Geht es Radio Hamburg gut, profitieren davon alle Mitarbeiter/innen. Besondere Erfolge belohnen wir mit Prämien fürs Team. Jetzt gerade mit einer Sonderzahlung für unsere herausragenden Ergebnisse in der Media-Analyse 2018 II.

Behauptung 7

Trotz immer mehr Leistung werden wir immer ärmer.

Die Fakten

Keinem Mitarbeiter hat Radio Hamburg das Gehalt gekürzt. Im Gegenteil: Die Löhne wurden in den vergangenen gut zehn Jahren leicht erhöht. Die angebotene Betriebsvereinbarung würde dazu führen, dass der ganz überwiegende Teil der Belegschaft in den Genuss einer durchschnittlichen Gehaltserhöhung von 6% käme.

Insgesamt investiert Radio Hamburg so bereits heute mehr in die Löhne seiner Mitarbeiterschaft als viele andere Medienunternehmen. Dies liegt am hohen Anteil langjähriger Arbeitsverträge und den teils frei verhandelten Gehältern insbesondere der festangestellten Moderatoren.

Was uns noch wichtig ist zu sagen:

Unsere tief verwurzelte Verbundenheit mit Radio Hamburg paart sich mit unserer sozialen, konzeptionellen, programmatischen und wirtschaftlichen Verantwortung, die wir für das gesamte Unternehmen tragen.

Keiner kennt Radio Hamburg besser als unsere vielen langjährigen Mitarbeiter/innen, zu denen auch wir gehören. Keiner weiß besser, was gut ist für Radio Hamburg. Darüber möchten wir weiterhin als Team eigenständig miteinander entscheiden.

 

Hamburg, 30. August 2018

Patrick Bernstein, Geschäftsführer Radio Hamburg
Marzel Becker, Geschäftsführer und Programmdirektor Radio Hamburg